Einer Einladung meines Sohnes Andreas Clausen-Boor folgend, flogen meine Frau Uschi Hamelmann und ich im Dezember 2013 für 12 Tage nach Äthiopien. Mein Sohn arbeitete zu dieser Zeit in Addis Abeba als Diplomat in der Dänischen Botschaft. Nach wie vor sind für eine Reise nach Äthiopien viele Vorbereitungen zu treffen (Inlandflüge, Unterkünfte, z.T. Reiseführer usw.) Vor Ort war alles leichter zu organisieren.
Hin- und Rückflug: Frankfurt - Kairo - Addis Abeba. Ziele in Äthiopien: Lalibela und die 11 Felskirchen mit Abstecher nach Yemrehana, Weihnachten in Addis und eine "Urlaubsreise" durch den ostafrikanischen Grabenbruch zum Awasasee (Hawassa) in das Resort des 4-fachen Berlin-Marathon Siegers und Inhaber des Marathon Weltrekordes zwischen 2007 und 2011 Haile Gebrselassie.
Lalibela ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Der Ort liegt 2500 Meter hoch direkt unterhalb des Felsens Mount Asheten (3400 m Höhe), der aus der Ferne wie die Überreste einer alten Festung wirkt. Es gibt kein vergleichbares Bergmassiv in der Nähe. Lalibela hat heute ungefähr 20.000 Bewohner (8484 bei der Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.
Ursprünglich hieß der Ort Roha und wurde erst aufgrund des Wirkens von König Gebra Maskal Lalibela (1167-1207), dem der Bau der 11 monolithischen Felskirchen zugeschrieben wird, in Lalibela umbenannt. Absicht war, eine Art Jerusalem nachzubauen, da das Pilgern nach Jerusalem aufgrund des wiederholten Falls der Stadt an das islamische Kalifat zur Zeit der Kreuzzüge unmöglich war. Deswegen wird Lalibela, Äthiopiens himmlische Stadt, auch als Neu Jerusalem bezeichnet. König Lalibela war der bedeutendste Vertreter der Zagwe-Dynastie, die im äthiopischen Hochland ungefähr von 914-1268 geherrscht hat.
Die äthiopischen Könige und Kaiser begründeten ihren Anspruch auf die Herrschaft mit der angeblichen Abstammung vom biblischen König Salomo. Der Legende nach bekam der fast 1000 Jahre vor Christi Geburt Besuch von der Königin von Saba, deren Reich u.a. bei Aksum in Äthiopien gelegen haben soll. Beide Monarchen zeugten zusammen einen Sohn, Menelik, der zum Stammvater der äthiopischen Kaiser werden sollte.